Das Bildnis des Dorian Gray.  Oscar Wilde
Kapitel 9. (Capitolo 9. )
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Als er am nächsten Morgen beim Frühstück saß, trat Basil Hallward ins Zimmer.

La mattina dopo, mentre stava facendo colazione, venne introdotto nella camera Basil Hallward.

»Ich bin so froh, daß ich dich treffe, Dorian,« sagte er in ernstem Tone. »Ich war gestern abend da, und man sagte mir, du seist in der Oper. Natürlich wußte ich, daß das nicht sein konnte. Aber ich wollte, du hättest ein Wort hinterlassen, wohin du wirklich gegangen warst. Ich verbrachte eine schreckliche Nacht und fürchtete halb, der einen Tragödie könnte eine zweite gefolgt sein. Du hättest mir telegraphieren sollen, sowie du es erfuhrst. Ich las es ganz zufällig in einer späten Ausgabe des Globe, den ich im Klub in die Hand bekam. Ich eilte sofort hierher und war unglücklich, dich nicht zu finden. Ich kann dir nicht sagen, wie bitter weh mir das Ganze tut. Ich weiß, was du leiden mußt. Aber wo warst du? Warst du hingegangen, ihre Mutter zu sehen? Einen Augenblick dachte ich daran, dich dort aufzusuchen. In der Zeitung stand die Adresse. Irgendwo in Euston Road, nicht wahr? Aber ich fürchtete, in einen Schmerz einzudringen, dem ich nicht helfen konnte. Die arme Frau! In was für einem Zustand muß sie sein? Und dazu ihr einziges Kind! Was sagte sie zu dem allem?«

- Sono felice di averti trovato, Dorian - disse questi con tono grave. - Ero venuto ieri sera, ma mi dissero che eri all'Opera.

Naturalmente sapevo che era impossibile, ma vorrei che tu avessi lasciato detto dov'eri andato veramente. Passai una serata tremenda; avevo quasi paura che a una tragedia potesse seguirne un'altra. Penso che appena ricevesti la notizia avresti potuto mandarmi a chiamare per telegrafo.

Io la lessi per puro caso in un'edizione serale del "Globe" che mi capitò in mano al circolo; mi precipitai qui e mi dispiacque moltissimo di non trovarti. Non posso dirti fino a qual punto questa storia mi abbia costernato.

So quanto devi soffrire. Ma dove sei andato? Sei forse andato a trovare sua madre? Per un momento mi venne l'idea di venire a cercarti là; il giornale dava l'indirizzo, dalle parti di Euston Road, non è vero? Poi ebbi paura di essere un intruso, in presenza di uno strazio che non era in mio potere di alleviare. Povera donna, in che stato deve essere! Ed era l'unica figlia! Che cosa ha detto di questa tragedia?

»Mein lieber Basil, wie soll ich das wissen?« fragte Dorian Gray, der aus einem entzückenden bauchigen venezianischen Glas, das mit Goldperlen verziert war, von einem blaßgelben Wein kleine Schlucke nahm und äußerst indigniert aussah. »Ich war in der Oper. Du hättest auch kommen sollen. Ich lernte Lady Gwendolen, Harrys Schwester, kennen. Wir waren bei ihr in der Loge. Sie ist ein reizendes Geschöpf; und die Patti sang himmlisch. Sprich nicht über gräßliche Sachen! Wenn man über eine Sache nicht spricht, ist sie nie gewesen. Nur der Ausdruck, sagt Harry, gibt den Dingen Wirklichkeit. Hinzufügen möchte ich, daß sie nicht das einzige Kind der Mutter war. Es ist noch ein Sohn da, ein famoser Bursche, glaube ich. Aber er ist nicht beim Theater – Matrose oder so was Ähnliches. Und jetzt erzähle von dir etwas. Was machst du?«

- Caro Basil, e che ne so io? - mormorò Dorian Gray, con un'aria terribilmente annoiata, sorseggiando un vino di un pallido giallo da un delicato bicchiere veneziano che sembrava una bolla di schiuma imperlata d'oro. - Io ero all'Opera; dovevi venire lì. Ho conosciuto Lady Gwendolen, la sorella di Harry; eravamo nel suo palco. E' una donna incantevole, e la Patti ha cantato divinamente. Non parliamo di cose orribili. Se di una cosa non si parla, non è mai esistita; è soltanto l'espressione, come dice Harry, che conferisce realtà alle cose. Incidentalmente ti dirò che non era l'unica figlia di quella donna; c'è anche un figlio.

Credo che sia un simpatico ragazzo, ma non fa l'attore; fa il marinaio, o qualcosa del genere. E ora parlami di te e di quello che stai dipingendo.

»Du warst in der Oper?« sagte Hallward. Er sprach sehr leise, sein Ton war schmerzhaft gepreßt. »Du gingst in die Oper, während Sibyl Vane in einem schmutzigen Hause auf dem Totenbette liegt? Du kannst zu mir von andern reizenden Frauen sprechen und von dem himmlischen Gesang der Patti, ehe das Mädchen, das du geliebt hast, noch der Ruhe des Grabes übergeben ist, in dem sie schlafen soll? Mensch, Mensch, was für Schrecknisse warten auf ihren kleinen weißen Körper!«

- Sei andato all'Opera? - disse Hallward, parlando molto adagio, con una voce in cui vibrava intensamente una nota di sofferenza.- Sei andato all'Opera, mentre Sybil Vane giaceva, morta, nel suo miserabile alloggio? Come puoi parlarmi di altre donne incantevoli e della Patti che canta divinamente, prima ancora che la donna che amavi abbia trovato pace nella tomba? Non sai quali orrori si preparano per quel suo fragile corpo bianco!

»Hör auf, Basil, ich will das nicht hören!« rief Dorian aufspringend. »Du mußt nicht von geschehnen Dingen mit mir reden. Was geschehen ist, ist geschehen. Was vorbei ist, ist vorbei. Laß das Vergangne!«

- Taci, Basil! Non lo voglio sentire - gridò Dorian, scattando in piedi. - Non dirmi queste cose.

Quello che è stato è stato; il passato è passato.

»Du nennst gestern die Vergangenheit?«

- Ieri, lo chiami passato?

»Was hat der Verlauf der Zeit damit zu tun? Nur oberflächliches Volk braucht Jahre, um eine Empfindung loszuwerden. Ein Mensch, der Herr über sich selbst ist, kann einem Schmerz so leicht ein Ende machen, wie er einen Genuß finden kann. Ich habe keine Lust, meinen Empfindungen preisgegeben zu sein. Ich will sie nutzen, sie genießen und sie beherrschen.«

- Che importa quanto tempo sia effettivamente trascorso? Solo gli esseri superficiali hanno bisogno di anni per liberarsi di un'emozione. Un uomo che sia padrone di se stesso può mettere fine a un dolore con la stessa facilità con cui può inventare un piacere. Io non intendo essere alla mercé delle mie emozioni; voglio servirmene, goderle e dominarle.

»Dorian, das ist gräßlich! Es hat dich etwas völlig gewandelt. Du siehst genau so aus wie der wundervolle Jüngling, der Tag für Tag in mein Atelier kam, um mir für sein Bild zu sitzen. Aber damals warst du einfach, natürlich und liebevoll. Du warst das unverdorbenste Menschenkind in der ganzen Welt. Ich weiß nicht, was jetzt über dich gekommen ist. Du sprichst, als ob du kein Herz und kein Erbarmen in der Brust hättest. Das ist alles Harrys Einfluß, ich sehe es.«

- Dorian, che cose orribili! C'è qualche cosa che ti ha interamente cambiato. Esteriormente sei sempre lo stesso ragazzo meraviglioso che veniva ogni giorno nel mio studio a posare per il suo ritratto. Allora però eri semplice, naturale, affettuoso; eri la creatura più intatta che esistesse al mondo. Adesso non so che cosa ti abbia preso; parli come se in te non esistesse il cuore, non esistesse la compassione. E' tutta l'influenza di Harry, me ne accorgo.

Der Jüngling errötete, trat ans Fenster und blickte einige Augenblicke auf den grünen, blitzenden, von der Sonne übergossenen Garten. »Ich verdanke Harry sehr viel,« antwortete er schließlich, »mehr als dir. Du warst es, der mir die Eitelkeit beigebracht hat.«

»Ich bin gestraft dafür, Dorian – oder werde eines Tages dafür gestraft werden.«

Il giovine arrossì. Andò alla finestra e guardò per qualche minuto il giardino verde, scintillante sotto la sferza del sole. Disse finalmente: - Basil, io devo molto ad Harry, più di quanto debba a te. Tu mi hai insegnato soltanto la vanità.

- Ebbene, ora ne sono punito, Dorian, o sarò punito un giorno o l'altro.

»Ich weiß nicht, was du meinst, Basil!« rief er aus und drehte sich um. »Ich weiß nicht, was du willst. Was willst du?«

- Non so che cosa tu voglia dire, Basil - esclamò lui, girandosi.

»Ich will den Dorian Gray wieder, den ich gemalt habe,« sagte der Künstler traurig.

- Non so che cosa tu voglia da me. Che vuoi?

- Voglio il Dorian Gray che ho dipinto - disse mestamente l'artista.

»Basil,« antwortete der Jüngling, trat zu ihm und legte ihm die Hand auf die Schulter. »Gestern, als ich erfuhr, daß Sibyl Vane sich getötet habe ...«

- Basil, - disse il giovine, avvicinandosi a lui e mettendogli una mano sulla spalla, - arrivi troppo tardi. Ieri, quando seppi il suicidio di Sybil Vane...

»Sich getötet! Großer Gott! Ist das sicher?« schrie Hallward auf und blickte ihn entsetzt an.

»Mein lieber Basil! Du nimmst doch nicht an, daß es ein gemeiner Zufall war? Natürlich hat sie sich selbst getötet.«

- Suicidio! gran Dio! non c'è nessun dubbio in proposito? gridò Hallward, guardandolo con un'espressione di orrore.

- Caro Basil, non crederai certo che sia stato un banale incidente? Naturalmente si è uccisa.

Der Ältere barg das Gesicht in den Händen. »Wie furchtbar,« flüsterte er, und ein Schauder durchlief ihn.

Il più anziano dei due uomini si prese il viso tra le mani, mormorando: - che orrore! - mentre un brivido lo scoteva tutto.

»Nein,« sagte Dorian Gray, »es ist nichts Furchtbares daran. Es ist eine der großen romantischen Tragödien unserer Zeit. In der Regel führen Leute vom Theater das trivialste Leben. Sie sind gute Ehemänner oder treue Gattinnen oder sonst etwas Langweiliges. Du weißt, was ich meine – Philistertugend und dergleichen. Wie anders war Sibyl! Sie lebte ihre schönste Tragödie. Sie war immer eine Heldin. Am letzten Abend, an dem sie spielte – an dem Abend, wo du sie sahst –, spielte sie schlecht, weil sie die Liebe als Wirklichkeit kennen gelernt hatte. Als sie ihre Unwirklichkeit kennen lernte, starb sie, wie Julia gestorben ist. Sie floh wieder ins Land der Kunst. Etwas von Märtyrertum umschwebt sie. Ihr Tod hat die ganze pathetische Nutzlosigkeit des Märtyrertums, all seine verschwendete Schönheit. Aber wie gesagt, du darfst nicht glauben, ich hätte nicht gelitten. Wenn du gestern in einem bestimmten Augenblick gekommen wärest – vielleicht um halb sechs Uhr oder dreiviertel sechs –, hättest du mich in Tränen gefunden. Selbst Harry, der hier war, der mir die Nachricht tatsächlich gebracht hat, hat keine Ahnung, was ich durchgemacht habe. Ich litt unsäglich. Dann verflog es. Ich kann eine Empfindung nicht wiederholen. Niemand kann es, außer den Sentimentalen. Und du bist sehr ungerecht, Basil. Du kommst hierher, mich zu trösten. Das ist sehr lieb von dir. Du findest mich getröstet und wirst wütend. Ist das dein Mitgefühl? Du erinnerst mich an eine Geschichte, die Harry mir von einem Philantropen erzählte, der zwanzig Jahre seines Lebens sich bemühte, einen Mißstand zu heben oder die Abänderung eines ungerechten Gesetzes zu erwirken – ich weiß nicht mehr genau. Schließlich hatte er Erfolg, und nichts kann größer sein als seine Enttäuschung. Er hatte ganz und gar nichts mehr zu tun, starb fast vor Langerweile und wurde ein vollendeter Menschenfeind. Und überdies, lieber alter Basil, wenn du mich wirklich trösten willst, lehre mich lieber vergessen, was geschehen ist, oder es von dem rechten künstlerischen Standpunkt aus betrachten. War es nicht Gautier, der gern von der ›consolation des arts‹ geschrieben hat? Ich erinnere mich, in deinem Atelier fand ich einmal ein kleines Buch in Pergamenteinband und stieß auf das entzückende Wort. Nun, wie der junge Mann bin ich nicht, von dem du mir erzähltest, als wir zusammen in Marlow waren, der zu sagen pflegte, gelber Atlas könne einen in allen Unglücksfällen des Lebens trösten. Ich liebe schöne Dinge, die man berühren und zur Hand nehmen kann. Alter Brokat, grüne Bronze, Lackarbeiten, geschnitztes Elfenbein, ein erlesenes Interieur, verschwenderische Üppigkeit, von dem allem ist viel zu holen. Aber die künstlerische Seelenverfassung, die sie schaffen oder jedenfalls offenbaren, gilt mir noch mehr. Zuschauer seines eigenen Lebens werden, wie Harry sagt, heißt dem Leiden des Lebens entrinnen. Ich weiß, du bist überrascht, daß ich so zu dir spreche. Du hast nicht wahrgenommen, wie ich mich entwickelt habe. Ich war ein Knabe, als du mich kennen lerntest. Ich bin ein Mann geworden. Ich habe neue Leidenschaften, neue Gedanken, neue Ideen. Ich bin ein anderer, aber du darfst mich darum nicht weniger lieben. Ich bin verwandelt, aber du mußt immer mein Freund bleiben. Natürlich habe ich Harry sehr gern. Aber ich weiß, daß du besser bist als er. Du bist nicht stärker – du fürchtest das Leben zu sehr – aber du bist besser. Und wie glücklich sind wir doch miteinander gewesen! Verlaß mich nicht, Basil, und streite nicht mit mir. Ich bin, was ich bin. Da ist nichts weiter zu sagen.«

- No - disse Dorian Gray, - non c'è niente di tremendo in questo: è una delle grandi tragedie romantiche del nostro tempo. Di regola la vita degli attori è una vita infima; sono buoni mariti, o mogli fedeli, o qualche altra cosa noiosa. Capisci quello che voglio dire: virtù piccolo borghese e roba di questo genere. Ma Sybil era diversa. Ha vissuto la sua più bella tragedia. Era sempre stata un'eroina. L'ultima sera che recitò, la sera che tu la vedesti, recitò male perché aveva conosciuto la realtà dell'amore; quando ne conobbe l'irrealtà morì come avrebbe potuto morire Giulietta e rientrò così nella sfera dell'arte. C'è in lei qualcosa della martire; la sua morte ha tutta la patetica inutilità, tutta la bellezza sprecata del martirio. Ma, come ti dicevo, non devi pensare che io non abbia sofferto. Se tu fossi venuto ieri, in un certo momento, verso le cinque e mezzo, diciamo, o le sei e un quarto, mi avresti trovato in lacrime; neppure Harry, che venne (anzi fu lui a darmi la notizia), aveva un'idea di quello che stavo attraversando. Soffrivo immensamente; ma poi è passato. Io non posso ripetere un'emozione; nessuno può farlo, tranne i sentimentali. Basil, sei terribilmente ingiusto. Sei venuto qui per consolarmi, cosa che è molto gentile; mi trovi consolato, e questo ti rende furibondo. Strano modo di dimostrarmi la tua simpatia!

Mi fai ripensare a una storia che mi raccontò Harry, di un certo filantropo che passò vent'anni della sua vita a lottare affinché venisse riparato un abuso o fosse modificata una certa legge ingiusta, non so più esattamente quale delle due cose.

Finalmente ci riuscì e la delusione che provò fu insuperabile. Non aveva più niente da fare, moriva quasi dalla noia e diventò un misantropo indurito. E poi, mio caro Basil, se vuoi veramente consolarmi, insegnami piuttosto a dimenticare l'accaduto oppure a vederlo dal giusto punto di vista artistico. Non è stato il Gautier che ha scritto della "consolation des arts"? Mi ricordo che un giorno nel tuo studio mi capitò in mano un volumetto rilegato in pergamena e gli occhi mi caddero su questa frase deliziosa. Orbene, io non sono come quel giovane di cui mi raccontasti quella volta che andammo insieme a Marlow, che era solito dire che il satin giallo può servire di consolazione a tutte le miserie dell'esistenza. Mi piacciono le belle cose che si possono toccare e maneggiare; dai broccati antichi, dai bronzi verdi, dalle lacche, dagli avori intagliati, da un ambiente raffinato, dal lusso, dalla pompa si può ricavare molto; ma per me vale molto di più il temperamento artistico che tutte quelle cose creano o, quanto meno, rivelano. Diventare spettatore della propria esistenza, come dice Harry, significa sfuggire alle sofferenze dell'esistenza. So che sentirmi parlare così ti sorprende; tu non ti rendi conto del mio sviluppo. Quando mi hai conosciuto ero uno scolaretto; ora sono un uomo, con passioni, pensieri, idee interamente nuovi. Sono diverso, ma per questo non devi volermi meno bene; sono cambiato, ma tu devi restare mio amico. Naturalmente voglio molto bene a Harry; ma so che tu sei migliore di lui: non più forte, perché hai troppa paura della vita, ma migliore; e noi due siamo stati tanto felici insieme!

Der Maler war seltsam bewegt. Der Jüngling war ihm unendlich wert, und seine Erscheinung war der große Wendepunkt in seiner Kunst gewesen. Er konnte den Gedanken nicht ertragen, ihm noch ferner Vorwürfe zu machen. Schließlich war seine Gleichgültigkeit wahrscheinlich nur eine vorübergehende Stimmung. Es war so viel in ihm, was gut, so viel, was edel war.

Basil, non mi lasciare e non litigare con me. Io sono quello che sono, e non c'è altro da dire.

Il pittore era stranamente commosso. Quel ragazzo gli era infinitamente caro e la sua personalità aveva rappresentato una svolta decisiva della sua arte. L'idea di fargli altri rimproveri gli sembrò insopportabile; dopo tutto, la sua indifferenza non era probabilmente che uno stato d'animo del tutto transitorio. C'era tanto di buono, tanto di nobile in lui.

»Gut, Dorian,« sagte er endlich mit traurigem Lächeln, »ich werde von heute an nichts mehr von der traurigen Sache zu dir sagen. Ich hoffe nur, dein Name wird nicht in Verbindung mit ihr genannt. Die Leichenschau wird diesen Nachmittag stattfinden. Bist du geladen?«

- Va bene, Dorian - disse alla fine, con un sorriso melanconico,- da oggi in poi non ti parlerò più di questo orribile fatto. Spero solo che il tuo nome non venga fatto in relazione ad esso.

Dorian schüttelte den Kopf, und eine unangenehme Empfindung prägte sich bei dem Wort »Leichenschau« in seinen Mienen aus. Alles der Art hatte so etwas Rohes und Gemeines an sich. »Sie wissen nicht, wie ich heiße,« antwortete er.

»Aber sie wußte es doch?«

L'inchiesta ci sarà questo pomeriggio. Sei stato convocato?

Dorian scrollò la testa e la menzione della parola "inchiesta" fece passare sul suo viso un'espressione di fastidio. Cose di questo genere erano troppo grossolane, troppo volgari.

»Sie kannte nur meinen Vornamen, und ich bin sicher, daß sie den niemandem gegenüber aussprach. Sie sagte mir einmal, alle seien sehr neugierig, zu wissen, wer ich sei, und sie sage allen unweigerlich, ich heiße Prinz Wunderhold. Das war lieb von ihr. Du mußt mir eine Zeichnung von Sibyl machen, Basil. Ich möchte gern etwas mehr von ihr haben als ein paar Küsse und ein paar schmerzvolle pathetische Worte.«

»Ich will versuchen, etwas zu machen, wenn du es haben willst. Aber du mußt zu mir kommen und mir selbst wieder sitzen. Ich kann ohne dich nicht weiterkommen.«

»Ich kann dir nie wieder sitzen, Basil. Es ist unmöglich!« rief er aus und trat zurück.

- Non sanno il mio nome - rispose.

- Lei sì, però.

- Soltanto il nome di battesimo, e quello sono sicuro che non l'ha detto a nessuno. Una volta mi disse che tutti erano molto curiosi di sapere chi ero e che lei diceva invariabilmente che mi chiamavo Principe Azzurro: una cosa molto carina. Basil, devi farmi un disegno di Sybil; mi piacerebbe avere di lei qualcosa di più del ricordo di qualche bacio e di qualche parolina patetica.

- Cercherò di fare qualcosa per farti piacere, Dorian; ma tu devi tornare a posare per me. Senza di te non posso andare avanti.

Der Maler starrte ihn an. »Lieber Junge, was für Unsinn redest du!« rief er. »Willst du damit sagen, das Bild, das ich von dir gemalt habe, gefalle dir nicht? Wo ist es? Warum hast du den Schirm davorgestellt? Laß mich es sehn! Es ist die beste Arbeit, die je aus meinen Händen kam. Nimm den Schirm weg, Dorian! Es ist eine Schande, daß dein Diener mein Werk derart versteckt. Ich merkte gleich, als ich hereinkam, daß das Zimmer anders aussah.«

Egli trasalì ed esclamò: - Non posso più posare per te, Basil. E' impossibile!

Il pittore lo fissò. - Che sciocchezze, mio caro! - esclamò. Vuoi dire forse che il ritratto che ti ho fatto non ti piace? Ma dov'è?

Perché ci hai messo un paravento davanti? Lasciamelo guardare; è la cosa migliore che io abbia mai fatto. Leva via quel paravento, Dorian; è una vergogna che il tuo servitore nasconda la mia opera in quel modo. Appena sono entrato ho avuto subito la sensazione che la stanza avesse cambiato aspetto.

»Mein Diener hat nichts damit zu tun, Basil. Du glaubst doch nicht, daß ich es ihm überlasse, wie es in meinem Zimmer aussieht? Er ordnet manchmal meine Blumen, aber weiter nichts. Nein; ich tat es selbst. Das Bild hatte zuviel Licht.«

- Il mio servitore non ne ha colpa, Basil. Credi forse che gli permetta di sistemare per me la mia stanza? A volte mette a posto i fiori, e basta. No, sono stato io. La luce sul ritratto era troppo forte.

»Zuviel Licht! Gewiß nicht, mein Lieber. Es hat einen prachtvollen Platz. Ich möchte es sehen.« Und Hallward näherte sich der Zimmerecke.

- Troppo forte! No di certo, amico mio. La collocazione è ammirevole. Fammelo vedere. - Hallward si diresse verso l'angolo della stanza.

Ein Ruf des Schreckens kam von den Lippen Dorian Grays, und er stürzte sich zwischen den Maler und den Wandschirm. »Basil,« sagte er und sah sehr blaß aus, »du darfst es nicht ansehn. Ich wünsche es nicht!«

Un grido di terrore proruppe dalle labbra di Dorian, che si lanciò a mettersi in mezzo tra il pittore e il paravento.

»Mein eigenes Bild nicht ansehn! Du scherzest. Warum sollte ich es nicht sehen?« rief Hallward und lachte.

- Basil -disse, pallidissimo, - non devi vederlo. Non voglio.

»Wenn du den Versuch machst, es anzusehn, Basil, gebe ich dir mein Ehrenwort, daß ich nie wieder, solange ich lebe, ein Wort mit dir spreche. Ich scherze nicht. Ich gebe keinerlei Erklärung, und du wirst nicht danach fragen. Aber vergiß nicht, wenn du diesen Schirm berührst, ist alles zwischen uns vorbei!«

- Non devo vedere la mia opera! non dici sul serio. E perché non dovrei vederla? - esclamò ridendo Hallward.

- Basil, sul mio onore, se cerchi di vederla non ti rivolgerò più la parola. Dico sul serio, nel modo più assoluto. Non ti dò spiegazioni e tu non devi chiederne; ma ricordati che se tocchi questo paravento fra te e me tutto è finito.

Hallward war wie vom Donner gerührt. Er sah Dorian Gray in heftigstem Staunen an. Er hatte ihn nie vorher so gesehen. Der Jüngling war tatsächlich blaß vor Wut. Seine Hände waren geballt, und seine Pupillen sahen aus wie Räder aus blauem Feuer. Er zitterte am ganzen Leib.

Hallward sembrava fulminato e guardava Dorian con il più profondo stupore. Prima di allora non lo aveva mai visto così. Era addirittura livido di rabbia, aveva le mani contratte, le sue pupille erano come dischi di fuoco azzurro e tremava dalla testa ai piedi.

»Dorian!«

- Dorian!

»Sprich nicht!«

- Non mi parlare!

»Aber was ist los? Natürlich sehe ich es nicht an, wenn du es nicht haben willst,« sagte er kalt, drehte sich auf dem Absatz herum und ging ans Fenster hinüber. »Aber wahrhaftig, es klingt wie Wahnsinn, daß ich mein eigenes Werk nicht sehn soll, besonders, wo ich es im Herbst in Paris ausstellen will. Ich werde es wahrscheinlich vorher neu firnissen und es daher eines Tages sehen müssen. Warum also nicht heute?«

- Ma che è successo? Naturalmente, se non vuoi non lo guarderò disse piuttosto freddamente e si avviò verso la finestra. - Però mi sembra davvero abbastanza assurdo che io non debba vedere il mio quadro, tanto più che in autunno lo esporrò a Parigi.

Probabilmente bisognerà che prima ci dia un'altra mano di vernice, e dunque un giorno dovrò pur vederlo. E allora, perché oggi no?

»Es ausstellen! Du willst es ausstellen?« rief Dorian Gray, und ein seltsames Gefühl der Angst überkam ihn. Sein Geheimnis sollte der Welt gezeigt werden? Die Menschen sollten das Geheimnis seines Lebens begaffen dürfen? Das war unmöglich. Da mußte etwas – er wußte nicht was – sofort geschehen.

- Esporlo? Lo vuoi esporre? - esclamò Dorian Gray che si sentiva invadere da uno strano senso di terrore. Il suo segreto stava dunque per essere mostrato al mondo? La gente avrebbe contemplato sbigottita il mistero della sua vita? Impossibile! Si doveva fare subito qualche cosa; ma che cosa?

»Ja; ich denke nicht, daß du etwas dagegen hast. Georges Petit ist dabei, meine besten Bilder für eine Sonderausstellung in der Rue de Sèze zusammenzustellen, die in der ersten Oktoberwoche eröffnet werden soll. Das Bild wird nur einen Monat fort sein. Ich sollte meinen, du könntest es leicht so lange entbehren. In Wahrheit wirst du sicher gar nicht in der Stadt sein. Und wenn du es immer hinter einem Schirm versteckst, kannst du dir nicht viel daraus machen.«

- Sì. Non credo che avrai nessuna difficoltà. George Petit vuol raccogliere tutti i miei quadri migliori per un'esposizione individuale nella Rue de Sèze, che si apre la prima settimana di ottobre. Il ritratto non starà via più di un mese e penso che per quel tempo potrai farne a meno; tanto, sarai di sicuro fuori città, e, del resto, se lo tieni sempre dietro un paravento vuol dire che non ci tieni eccessivamente.

Dorian Gray fuhr mit der Hand über die Stirn, es standen Schweißtropfen darauf. Er spürte, daß er am Rande einer furchtbaren Gefahr war. »Vor einem Monat sagtest du mir, du wolltest es nie ausstellen. Warum bist du anderer Meinung geworden? Ihr Men schen, die ihr solch Wesen aus der Konsequenz macht, habt genau soviel Launen wie andere. Der einzige Unterschied ist, daß eure Launen keinen Sinn haben. Du kannst nicht vergessen haben, daß du mir sehr feierlich versichert hast, nichts in der Welt sollte dich dazu bringen, es auf eine Ausstellung zu schicken. Du sagtest Harry genau dasselbe.« Er hielt plötzlich inne, und seine Augen glänzten auf. Er erinnerte sich, wie Lord Henry halb im Ernst, halb scherzhaft einmal zu ihm gesagt hatte: ›Willst du eine seltsame Viertelstunde haben, so laß dir von Basil sagen, warum er dein Bild nicht ausstellen will. Er sagte mir den Grund, und es war eine Offenbarung für mich.‹ Ja, vielleicht hatte auch Basil sein Geheimnis. Er wollte den Versuch machen und ihn fragen.

Dorian Gray si passò la mano sulla fronte imperlata di stille di sudore. Aveva la sensazione di essere sull'orlo di un pericolo spaventoso. Gridò: - Un mese fa mi dicesti che non l'avresti mai esposto: Perché hai cambiato idea? Voialtri che vi piccate tanto di essere coerenti avete gli stessi capricci che hanno tutti, con la sola differenza che i vostri capricci sono piuttosto insensati. Non puoi aver dimenticato che mi assicurasti nel modo più solenne che niente al mondo ti avrebbe indotto a mandarlo a un'esposizione; e a Harry dicesti esattamente la stessa cosa.

Si fermò bruscamente e gli balenò negli occhi uno sprazzo di luce.

Gli tornò in mente che una volta Lord Henry gli aveva detto, tra il serio e il faceto: "Quando vorrai passare un quarto d'ora curioso, fatti dire da Basil perché non vuole esporre il tuo ritratto. L'ha detto a me, e per me è stata una rivelazione". Sì, forse anche Basil aveva il suo segreto; valeva la pena di provare a scoprirlo.

»Basil,« sagte er, trat dicht an ihn heran und sah ihm gerade ins Gesicht, »jeder von uns hat ein Geheimnis. Laß mich deines wissen, und sich sage dir meines. Was war der Grund, warum du es von dir wiesest, mein Bild auszustellen?«

- Basil - gli disse, avvicinandosi a lui e fissandolo in viso, ognuno di noi due ha un segreto. Se mi dici il tuo, io ti dirò il mio. Qual era il motivo che ti spingeva a rifiutarti di esporre il mio ritratto?

Den Maler überlief ein Frösteln. »Dorian, wenn ich dir das sagte, hättest du mich vielleicht nicht mehr so lieb wie jetzt und lachtest sicher über mich. Ich könnte beides nicht ertragen. Wenn du wünschst, daß ich dein Bildnis nicht wieder sehn soll, will ich mich zufrieden geben. Ich kann immer noch dich ansehn. Wenn du das beste Werk, das ich je gemacht habe, vor der Welt verstecken willst, soll es mir recht sein. Deine Freundschaft gilt mir mehr als alle Berühmtheit.«

Il pittore, suo malgrado, ebbe un brivido.

- Se te lo dicessi, Dorian, potrebbe darsi che tu mi volessi meno bene, e di certo rideresti di me: due cose, l'una e l'altra, che non posso sopportare. Se desideri che non guardi il tuo ritratto mi rassegnerò. Potrò sempre guardare te. Se vuoi che il mio miglior lavoro rimanga nascosto al mondo non importa; la tua amicizia mi preme di più della fama o della reputazione.

»Nein, Basil, du mußt es mir sagen,« drängte Dorian Gray. »Ich denke, ich habe ein Recht, es zu wissen.« Sein Angstgefühl war gewichen und Neugier an die Stelle getreten. Er war entschlossen, hinter Basil Hallwards Geheimnis zu kommen.

- No, Basil, devi dirmelo - insisté Dorian Gray. - Credo di avere il diritto di saperlo.

Il senso di terrore era svanito e vi era subentrata la curiosità; era deciso a scoprire il mistero di Basil Hallward.

»Setzen wir uns, Dorian,« sagte der Maler, der verwirrt aussah. »Setzen wir uns. Und nun beantworte mir eine Frage. Hast du an dem Bild etwas Seltsames bemerkt? – Etwas, was dir wahrscheinlich zuerst nicht auffiel, was sich dir aber plötzlich offenbarte?«

- Sediamoci, Dorian - disse il pittore, che sembrava turbato.

Sediamoci, e rispondi soltanto a una mia domanda. Hai osservato nel ritratto qualche cosa di curioso, qualche cosa che sulle prime probabilmente non ti aveva colpito e che ti si è rivelata improvvisamente?

»Basil!« rief der Jüngling, umklammerte die Armlehnen seines Stuhles mit zitternden Händen und starrte ihn mit wilden, entsetzten Augen an.

- Basil! - gridò il giovine, stringendo nelle mani tremanti i braccioli della poltrona e fissandolo con occhi sbarrati e furiosi.

»Ich sehe, du hast es bemerkt. Sprich nicht! Warte, bis du gehört hast, was ich zu sagen habe. Dorian, von dem Moment an, wo ich dich kennen lernte, übte deine Erscheinung den außerordentlichsten Einfluß auf mich aus. Du herrschtest über mich, über meine Seele, mein Hirn und all meine Kraft. Du wurdest für mich die sichtbare Verkörperung des unsichtbaren Ideals, das wir Künstler nicht los werden wie einen köstlichen Traum. Ich betete dich an. Ich wurde eifersüchtig auf jeden, mit dem du sprachst. Ich wollte dich ganz für mich haben. Ich war nur glücklich, wenn ich mit dir zusammen war. Wenn du von mir fort warst, lebtest du noch immer in meiner Kunst und warst da ... Natürlich ließ ich dich davon nie etwas ahnen – es wäre unmöglich gewesen. Du hättest es nicht verstanden, ich verstand es kaum selbst. Ich wußte nur, daß ich der Vollkommenheit von Angesicht zu Angesicht gegenübergestanden, und daß die Welt sich meinen Augen wundervoll erschlossen hatte – zu wundervoll vielleicht, denn in so wahnsinniger Anbetung liegt Gefahr – die Gefahr, daß sie aufhört, und die Gefahr, daß sie bleibt ... Wochen und Wochen vergingen, und ich verlor mich mehr und mehr in dir. Dann kam eine neue Wendung. Ich hatte dich als Paris in funkelnder Rüstung gemalt und als Adonis im Jagdgewand mit blitzendem Jagdspieß. Mit schweren Lotosblumen bekränzt hast du am Bug der Barke Hadrians gesessen und auf das grüne, trübe Wasser des Nils gesehn. Du hast dich über den stillen Teich einer Waldlandschaft Griechenlands gebeugt und in dem schweigenden Silber des Wassers das Wunder deines eigenen Bildes erblickt. Und es war alles gewesen, wie die Kunst sein soll, unbewußt, ideal und entfernt. Eines Tages – eines verhängnisvollen Tages, denke ich manchmal, beschloß ich, ein wundervolles Bild von dir, wie du wirklich bist, zu malen, nicht in der Tracht vergangener Zeiten, sondern in deinen eignen Kleidern und deiner eignen Zeit. Ob es der Realismus der Aufgabe oder das bloße Wunder deiner eigenen Erscheinung war, die sich so unmittelbar ohne Dunst und Schleier vor mich hinstellte, kann ich nicht sagen. Aber ich weiß, als ich daran arbeitete, schien jede Schicht Farbe, die ich auftrug, mein Geheimnis zu enthüllen. Ich bekam Angst, andere könnten die Abgötterei, die ich mit dir trieb, herausfinden. Ich empfand, Dorian, daß ich zuviel gesagt hatte, daß ich zuviel von mir selbst hineingelegt hatte. Damals entschloß ich mich, das Bild nie ausstellen zu lassen. Du schienst etwas betroffen; aber damals gewahrtest du nicht alles, was es für mich bedeutete. Harry, dem ich davon sprach, lachte mich aus. Aber das beirrte mich nicht. Als das Bild vollendet war und ich allein vor ihm saß, fühlte ich, daß ich recht hatte ... Nun, nach ein paar Tagen verließ es mein Atelier, und sowie ich den unerträglichen Zauber seiner Gegenwart los war, schien mir, ich sei töricht gewesen, daß ich irgend etwas darin hatte finden wollen, außer daß du sehr schön bist und daß ich gut malen kann. Selbst jetzt kann ich mich des Gefühls nicht gut erwehren, daß es ein Irrtum ist, zu glauben, die Glut, die man im Schaffen verspürt, zeige sich je leibhaftig in dem Werke, das man geschaffen hat. Die Kunst ist immer abstrakter, als wir glauben. Form und Farbe sagen uns etwas von Form und Farbe – weiter nichts. Mir will oft scheinen, die Kunst ver birgt den Künstler weit mehr, als sie ihn offenbart. Und als mir daher von Paris aus dieser Vorschlag gemacht wurde, beschloß ich, dein Porträt solle das Hauptstück meiner Ausstellung werden. Es fiel mir nie ein, du könntest die Erlaubnis versagen. Ich sehe jetzt, daß du recht hast. Das Bild darf nicht gezeigt werden. Du darfst mir nicht zürnen, Dorian, um deswillen, was ich dir gesagt habe. Ich habe es einmal zu Harry gesagt und wiederhole es: Du bist dazu geschaffen, angebetet zu werden.« Dorian Gray holte tief Atem.

- Vedo che è così. Non dire niente: ascolta prima quello che ho da dire io. Dorian, fin dal momento in cui ti conobbi la tua personalità ebbe su me la più straordinaria delle influenze. Fui dominato da te nell'anima, nell'intelletto, nelle facoltà; diventasti per me l'incarnazione visibile di quell'ideale mai visto, il cui ricordo ci perseguita, a noi artisti, come un sogno delizioso. Ti ho adorato; sono stato geloso di tutti quelli con i quali parlavi; ti volevo tutto per me solo; ero felice soltanto quando ero con te e quando eri lontano eri pur sempre presente nella mia arte... Di tutto questo, naturalmente, non ti ho mai fatto sapere niente; e sarebbe stato impossibile perché non l'avresti capito. Io stesso non arrivavo a capirlo: sapevo soltanto che mi ero trovato faccia a faccia con la perfezione e che ai miei occhi il mondo era diventato meraviglioso, troppo meraviglioso forse, perché in certe pazze adorazioni c'è un pericolo, il pericolo di perderle non meno che quello di conservarle. Passarono settimane e settimane, durante le quali andai lasciandomi assorbire sempre più da te; poi ci fu uno stadio ulteriore. Ti avevo disegnato come un Paride, in una delicata armatura, come Adone, in vesti da cacciatore e con la spada lucente in pugno. Ti avevo posto sulla prua della barca di Adriano, nell'atto di guardare il verde e torbido Nilo, e sul margine di uno stagno in un bosco della Grecia, nell'atto di vedere la meraviglia del tuo volto nel tacito argento delle acque.

Tutto questo era stato come l'arte deve essere: inconscio, ideale, lontano. Ma un giorno, un giorno fatale, mi decisi a dipingere un tuo mirabile ritratto, di te come sei veramente; non nel costume di un'epoca morta, ma nelle vesti e nel tempo che sono tuoi. Non so se sia stato il realismo del metodo oppure solo il miracolo della tua personalità che in questo modo mi si presentava senza nebbie e senza veli; certo è che mentre lavoravo a quel ritratto ogni pennellata, ogni striscia di colore sembrava rivelare a me stesso il mio segreto. Ebbi paura che gli altri venissero a conoscere la mia idolatria; ebbi la sensazione di aver detto troppo, di aver messo in quel ritratto troppo di me stesso. Fu allora che presi la decisione di non permettere mai che venisse esposto. Tu ne fosti un po' seccato, ma allora non potevi renderti conto di ciò che esso significava per me; Harry, al quale ne parlai, si mise a ridere, ma di questo poco m'importava. Quando il ritratto fu finito e mi ritrovai solo con esso sentii che avevo ragione... Orbene, qualche giorno dopo il quadro uscì dal mio studio; e non appena fui liberato dal fascino intollerabile della sua presenza mi sembrò di essere stato uno sciocco a immaginare di averci visto qualche cosa oltre queste due: che tu sei straordinariamente bello e che io so dipingere. Anche adesso non posso trattenermi dal pensare che sia un errore credere che la passione che si prova nell'atto di creare si manifesti mai veramente nell'opera creata da noi. L'arte è sempre più astratta di quello che noi immaginiamo; forme e colori ci parlano di forme e colori e nient'altro. Spesso mi sembra che l'arte nasconda l'artista ben più completamente di quanto non lo riveli. Perciò, ricevendo quest'invito da Parigi, decisi di fare del tuo ritratto il pezzo principale della mia esposizione. Non mi venne mai in mente che tu avresti rifiutato. Ora mi accorgo che avevi ragione: quel ritratto non si può mostrare. Dorian, non essere in collera con me per quello che ti ho detto. Come dissi una volta a Harry, tu sei fatto per essere adorato.

Die Farbe kehrte in seine Wangen zurück, und ein Lächeln spielte um seine Lippen. Die Gefahr war vorüber; für diesmal war er gerettet. Aber er konnte sich nicht enthalten, unendliches Mitleid mit dem Maler zu empfinden, der ihm eben dieses seltsame Bekenntnis abgelegt hatte, und er sann darüber nach, ob er selber je von der Persönlichkeit eines Freundes so beherrscht werden könnte. Lord Henry hatte den Reiz, sehr gefährlich zu sein. Aber das war alles. Er war zu gescheit und zu zynisch, um wirklich geliebt zu werden. Würde es je einen Menschen geben, den er so seltsam abgöttisch verehrte? War das eins von den Dingen, die das Leben für ihn in Bereitschaft hielt?

Dorian Gray fece un profondo respiro. Le guance ripresero il colorito e un sorriso vagò sulle sue labbra: il pericolo era passato. Per il momento era al sicuro. Tuttavia non poteva difendersi dal provare una compassione infinita per il pittore che gli aveva fatto quella strana confessione e dal chiedersi se un giorno sarebbe toccato anche a lui subire una simile dominazione da parte della personalità di un amico. Lord Henry aveva il fascino di essere molto pericoloso, ma niente di più; era troppo intelligente e troppo cinico perché si potesse volergli veramente bene. Sarebbe mai esistito qualcuno capace di ispirargli una strana idolatria? Era questa una delle cose che la vita gli riservava?

»Es ist mir überaus erstaunlich, Dorian,« sagte Hallward, »daß du das dem Bild angesehn haben sollst. Sahst du es wirklich?«

»Ich sah etwas an ihm,« antwortete er, »etwas, das mir sehr seltsam vorkam.«

- Mi sembra straordinario, Dorian, che tu abbia visto tutto questo in quel ritratto. L'hai visto veramente?

»Und nun hast du doch nichts mehr dagegen, daß ich das Bild ansehe?«

- Vi ho visto qualcosa - rispose lui, - qualcosa che mi è sembrata molto strana.

Dorian schüttelte den Kopf. »Du mußt es nicht von mir verlangen, Basil. Es wäre mir nicht möglich, dich vor dem Bilde stehn zu sehen.«

»Aber doch ein andermal?«

»Niemals.«

- E allora ti dispiace ancora se guardo il ritratto?

Dorian scosse la testa. - Questo non devi chiedermelo, Basil. Non posso assolutamente permettere che tu ti ponga davanti a quel ritratto.

»Nun, vielleicht hast du recht. Und nun leb wohl, Dorian. Du bist die einzige Person in meinem Leben gewesen, die wirklichen Einfluß auf meine Kunst hatte. Alles Gute, was ich vollbracht habe, danke ich dir. Ah! du weißt nicht, was es mich gekostet hat, dir all das zu sagen, was ich gesagt habe.«

- Ma un giorno lo permetterai?

- Mai.

- Sì, forse hai ragione. E ora addio, Dorian. Sei stato la sola persona nella mia vita che abbia realmente avuto un'influenza sulla mia arte. Quello che ho fatto di buono lo devo a te. Ah, tu non sai quanto mi sia costato dirti tutto quello che ti ho detto.

»Mein lieber Basil,« sagte Dorian, »was hast du mir gesagt? Nichts weiter, als daß du fühlst, du bewunderst mich zu sehr. Das ist nicht eben sehr schmeichelhaft.«

- Caro Basil - disse Dorian, - che cosa mi hai detto?

Semplicemente che ti sembrava di avermi ammirato troppo. Non è nemmeno un complimento.

»Es sollte keine Schmeichelei sein – es war ein Bekenntnis. Jetzt, da ich es abgelegt habe, ist es mir, als hätte ich etwas verloren. Vielleicht sollte man nie seiner Anbetung in Worten Ausdruck geben.«

- Non voleva essere un complimento: era una confessione e ora che l'ho fatta è come se qualche cosa fosse uscita da me. Forse non si dovrebbe mai tradurre in parole le proprie adorazioni.

»Es war ein Bekenntnis und eine Enttäuschung.«

- E' stata una confessione che mi ha molto deluso.

»Ja, aber was erwartetest du, Dorian? Du sahst doch nichts anderes an dem Bilde, oder? Es war nichts anderes an ihm zu sehn?«

- Come? e che cosa ti aspettavi, Dorian? Tu non hai mica visto qualche altra cosa in quel ritratto?

»Nein; es war nichts anderes zu sehen. Warum fragst du? Aber du solltest nicht von Anbetung sprechen. Das ist Torheit. Du und ich sind Freunde, Basil, und wir wollen es immer bleiben.«

Non c'era altro da vedere?

- No, non c'era altro da vedere. Perché me lo chiedi? Ma non devi parlare di adorazione: è sciocco.

Tu ed io siamo amici, Basil, e dobbiamo rimanere sempre amici.

»Du hast Harry zum Freund,« sagte der Maler traurig.

- Tu hai Harry - disse melanconicamente il pittore.

»Oh, Harry,« sagte der junge Mann und lachte hell auf. »Harry verbringt seine Tage damit, Dinge zu sagen, die unglaublich sind, und seine Nächte, Dinge zu tun, die unwahrscheinlich sind. Gerade die Art Leben, wie ich es führen möchte. Aber doch, glaube ich, würde ich nicht zu Harry gehn, wenn mich etwas bekümmerte. Ich ginge eher zu dir, Basil.«

- Oh, Harry ! - gridò il ragazzo, con una mezza risata. - Harry passa le giornate a dire delle cose incredibili e le serate a fare delle cose imprevedibili. E' precisamente la vita che mi piacerebbe fare. Però se mi trovassi in un guaio non credo che andrei da Harry. Verrei piuttosto da te, Basil.

»Du wirst mir wieder sitzen?«

- Tornerai a posare per me?

»Unmöglich!«

- E' impossibile.

»Du vernichtest mein Dasein als Künstler mit deiner Weigerung, Dorian. Niemand ist je zwei Idealen im Leben begegnet. Wenige haben eines getroffen.«

- Il tuo rifiuto è la rovina della mia vita di artista. Nessuno incontra mai due cose ideali; ben pochi sono quelli che ne incontrano una.

»Ich kann es dir nicht erklären, Basil, aber ich darf dir nie wieder sitzen. Es ist etwas Verhängnisvolles um das Bildnis eines Menschen. Es hat sein eigenes Leben in sich. Ich werde zu dir kommen und Tee mit dir trinken – das wird ebenso schön sein.«

- Non posso spiegarti il perché, Basil, ma per te non devo posare mai più. In un ritratto c'è qualche cosa di fatale; il ritratto ha una vita sua propria. Verrò da te a prendere il tè e sarà altrettanto piacevole.

»Für dich schöner, fürchte ich,« sagte der Maler in schmerzlichem Ton. »Und nun leb wohl. Ich bin traurig, daß du mich das Bild nicht noch einmal sehn lassen willst. Aber ich kann's nicht ändern. Ich verstehe völlig, was für eine Empfindung du dabei hast.«

- Per te ho paura che sia anche più piacevole - mormorò Hallward con rimpianto. - E ora addio. Mi dispiace che tu non voglia lasciarmi guardare il ritratto un'altra volta, ma non c'è niente da fare.

Capisco perfettamente i tuoi sentimenti.

Als er das Zimmer verlassen hatte, lächelte Dorian Gray. Armer Basil! wie wenig er den wahren Grund ahnte! Und wie seltsam es war, daß es ihm fast wie durch Zufall gelungen war, anstatt sein eigenes Geheimnis zu verraten, dem Freunde das seine zu entreißen! Wie viel erklärte ihm dieses seltsame Bekenntnis! Die absurden Eifersuchtsanwandlungen des Malers, seine wilde Hingebung, seine ausschweifenden Bewunderungshymnen, die Stimmungen seltsamer Schweigsamkeit – das alles verstand er jetzt, und er wurde traurig. Es schien ihm etwas Tragisches um eine Freundschaft zu sein, die so von der Romantik gefärbt war. Er seufzte und klingelte. Das Bild mußte unter allen Umständen versteckt werden. Er konnte sich nicht noch einmal einer solchen Gefahr der Entdeckung aussetzen. Es war Wahnsinn von ihm gewesen, das Bild auch nur eine Stunde lang in einem Zimmer zu lassen, in das jeder seiner Freunde kommen konnte.

Appena fu uscito, Dorian sorrise a se stesso. Povero Basil, come era lontano dal conoscere la vera ragione! E com'era strano che, invece di essere stato costretto a rivelare il proprio segreto fosse riuscito, quasi per caso, a estorcere un segreto al suo amico! Quante cose sembravano chiare dopo quella strana confessione! Gli assurdi eccessi di gelosia del pittore, la sua sfrenata affezione, i suoi panegirici esagerati, le sue curiose reticenze - ora capiva tutto questo e ne provava dispiacere; gli sembrava che in un'amicizia così colorita di romanzo ci fosse qualche cosa di tragico.

Sospirò e suonò il campanello. Bisognava nascondere il ritratto a ogni costo. Non poteva correre un'altra volta il rischio di una scoperta. Sarebbe stata una pazzia lasciare che quell'oggetto restasse anche un'ora soltanto in una stanza nella quale poteva entrare uno qualunque dei suoi amici.