Das Bildnis des Dorian Gray.  Oscar Wilde
Kapitel 12. (Capitolo 12. )
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Es war am neunten November, am Vorabend seines achtunddreißigsten Geburtstages, wie er sich nachher oft erinnerte.

Era il 9 di novembre, vigilia del suo trentottesimo compleanno, come lui ebbe spesso a ricordare in seguito.

Er ging gegen elf Uhr von Lord Henry, bei dem er zum Diner gewesen war, nach Hause. Er war in schwere Pelze gehüllt, da die Nacht kalt und neblig war. An der Ecke von Grosvenor Square und South Audley Street ging im Nebel jemand sehr schnell an ihm vorüber, der den Kragen seines Mantels hochgeschlagen hatte. Er trug eine Handtasche. Dorian erkannte ihn: es war Basil Hallward. Eine seltsame Angst, über die er sich keine Rechenschaft ablegen konnte, überkam ihn. Er ließ nicht merken, daß er ihn erkannte, und ging schnell weiter nach Hause zu.

Stava tornando a casa a piedi verso le undici, dalla casa di Lord Henry dove aveva pranzato, ed era avvolto in una pesante pelliccia perché la notte era fredda e nebbiosa. All'angolo di Grosvenor Square e South Audley Street gli passò vicino nella nebbia un uomo che camminava molto in fretta, col bavero del pastrano grigio rialzato e una valigia in mano. Dorian lo riconobbe: era Basil Hallward. Fu preso da uno strano, inesplicabile senso di paura.

Aber Hallward hatte ihn gesehn. Dorian hörte, wie er erst stehn blieb und ihm dann nacheilte. In wenigen Augenblicken lag Basils Hand auf seinem Arm.

Non fece nessun segno di averlo riconosciuto e continuò frettolosamente verso casa.

Hallward però l'aveva visto; e Dorian lo sentì prima fermarsi sul marciapiede, poi corrergli dietro e dopo pochi istanti sentì la sua mano posarglisi sul braccio.

»Dorian! Was für ein außerordentlicher Glückszufall! Ich war bei dir und habe in deinem Bücherzimmer seit neun Uhr auf dich gewartet. Schließlich tat mir dein müder Bedienter leid, und ich sagte ihm, als er mich hinausließ, er solle zu Bett gehn. Ich fahre mit dem Zwölfuhrzug nach Paris, und ich hatte den lebhaften Wunsch, dich vor der Abreise zu sehen. Ich dachte, das müßtest du sein oder wenigstens dein Pelzmantel, als du vorbeigingst. Aber ich war nicht ganz sicher. Hast du mich nicht erkannt?«

- Dorian, che fortuna straordinaria! Ti ho aspettato nella tua biblioteca dalle nove in poi, finché ho avuto compassione del tuo servitore che era stanco e mi sono fatto accompagnar fuori, dicendogli di andare a letto. Parto per Parigi col treno di mezzanotte e desideravo in modo particolare di vederti prima di partire. Quando mi sei passato vicino, mi è sembrato che fossi tu, o piuttosto la tua pelliccia, ma non ero sicuro. Non mi avevi riconosciuto?

»In diesem Nebel, lieber Basil? Ich kann nicht einmal Grosvenor Square erkennen. Ich glaube, mein Haus ist hier irgendwo in der Nähe, aber ich bin mir nicht ganz sicher. Es tut mir leid, daß du weggehst, ich habe dich eine Ewigkeit nicht gesehn. Aber ich denke, du wirst bald wieder zurück sein?«

- Con questa nebbia, caro Basil? Quasi quasi non riconosco neppure Grosvenor Square. Credo che la mia casa debba essere in qualche posto qui vicino, ma non ne sono affatto sicuro. Mi dispiace che tu parta, perché non ti vedo da secoli. Però tornerai presto?

»Nein, ich werde ein halbes Jahr von England fort sein. Ich will in Paris ein Atelier mieten und mich einschließen, bis ein großes Bild fertig ist, das ich im Kopfe habe. Indessen, ich wollte nicht über mich reden. Hier sind wir an deiner Tür. Laß mich einen Augenblick eintreten. Ich habe dir etwas zu sagen.«

- No; starò via dall'Inghilterra per sei mesi. Voglio prendere uno studio a Parigi e chiudermici dentro finché non avrò terminato un grande quadro che ho in testa. Non era però di me stesso che ti volevo parlare, Dorian. Eccoci a casa tua. Lasciami entrare un momento: ho qualche cosa da dirti.

»Es wird mich freuen. Aber versäumst du deinen Zug nicht?« sagte Dorian Gray mit matter Stimme, während er die Stufen hinaufging und die Tür mit seinem Drücker öffnete.

- Ne sarò felice. Ma non perderai il treno? - disse Dorian, con aria indolente, mentre saliva i gradini e apriva la porta con la chiave.

Das Licht der Laterne flackerte im Nebel unruhig hin und her, und Hallward sah auf die Uhr. »Ich habe noch eine Menge Zeit,« antwortete er. »Der Zug geht erst zwölf Uhr fünfzehn, und es ist jetzt eben erst elf. In Wahrheit war ich im Begriff, in den Klub zu gehn, um da nach dir zu fragen, als ich dich traf. Du siehst, das Gepäck hält mich nicht auf, da ich die schweren Stücke vorausgeschickt habe. Alles, was ich mit mir nehme, ist in dieser Handtasche, und ich kann Victoria Station leicht in zwanzig Minuten erreichen.«

Il chiarore della lampada riuscì a farsi strada attraverso la nebbia e Hallward guardò l'orologio.

- Ho un sacco di tempo - rispose. - Il treno non parte che a mezzanotte e un quarto e sono appena le undici. Anzi quando ti ho incontrato stavo andando al circolo a cercarti. Sai, non ho impicci di bagaglio; la roba pesante l'ho spedita e tutto quello che ho con me è questa valigetta, e così in venti minuti posso arrivare facilmente alla stazione.

Dorian sah ihn an und lächelte. »Was für eine Art für einen berühmten Maler zu reisen! Eine Handtasche und ein Ulstermantel! Komm herein, sonst dringt der Nebel ins Haus. Und bitte, sprich über nichts Ernsthaftes mit mir. Nichts ist heutzutage ernsthaft. Wenigstens sollte es nichts sein.«

Dorian lo guardò sorridendo. - Bel modo di viaggiare per un pittore alla moda! Una valigetta e un pastrano! Vieni dentro, altrimenti la nebbia entra in casa. E bada bene di non parlare di cose serie.

Oggi niente è serio, o almeno niente dovrebbe essere serio.

Hallward schüttelte den Kopf, als er eintrat, und folgte Dorian ins Bücherzimmer. Ein helles Holzfeuer brannte in dem offenen Kamin. Die Lampen waren angezündet, und ein holländischer silberner Likörkasten stand offen nebst einigen Sodawassersiphons und großen Kristallgläsern auf einem eingelegten Tischchen.

Basil scosse la testa nell'entrare e seguì Dorian nella biblioteca. Nel grande caminetto aperto bruciava un bel fuoco di legna; le lampade erano accese e su un tavolino intarsiato c'era una cassetta olandese da liquori, aperta, qualche sifone di soda e alcuni grandi bicchieri di vetro molato.

»Du siehst, Dorian, dein Diener hat es mir ganz behaglich gemacht. Er gab mir alles, was ich brauchte, einschließlich deiner besten Zigaretten mit Goldmundstück. Er ist ein sehr freundliches Menschenkind. Er gefällt mir viel besser als der Franzose, den du früher hattest. Was ist übrigens aus dem geworden?«

- Come vedi, Dorian, il tuo servitore mi ha messo proprio a mio agio. Mi ha dato tutto quello che desideravo, comprese le tue migliori sigarette col bocchino d'oro. E' un uomo che ha il senso dell'ospitalità e mi piace molto più di quel Francese che avevi prima. Che ne è successo del Francese, a proposito?

Dorian zuckte die Achseln. »Ich glaube, er heiratete das Dienstmädchen Lady Radleys und etablierte sie in Paris als englische Kleidermacherin. Die Anglomanie ist drüben jetzt sehr in Mode, höre ich. Das ist doch dumm von den Franzosen, nicht? Aber, weißt du, er war durchaus kein schlechter Bedienter. Ich konnte ihn nie leiden, aber ich hatte nicht über ihn zu klagen. Man bildet sich oft etwas ein, das ganz sinnlos ist; er war mir sehr ergeben und schien ganz traurig, als er wegging. Willst du noch eine Soda mit Kognak? Oder Lieber Wein und Selters? Ich trinke immer Wein und Selters. Im nächsten Zimmer steht es sicher.«

»Danke, ich nehme nichts mehr,« sagte der Maler, legte Mantel und Mütze ab und warf sie auf die Tasche, die er in die Ecke gestellt hatte. »Und nun, lieber Freund, möchte ich ernsthaft mit dir reden. Du mußt nicht so die Stirn runzeln, du machst es mir dadurch viel schwerer.«

Dorian scrollò le spalle. - Credo che abbia sposato la cameriera di Lady Radley e le abbia aperto a Parigi un negozio di sartoria inglese. Là attualmente, a quanto mi dicono, l'anglomania fa furore.

Sembra un po' stupido da parte dei Francesi, non ti pare?

Però, sai, come domestico non era affatto cattivo. A me non piacque mai; però non c'era niente di cui potessi lagnarmi. Spesso ci immaginiamo delle cose che sono perfettamente assurde. Mi era veramente molto affezionato e quando se ne andò sembrava molto afflitto. Vuoi un altro brandy e soda o preferisci del vino del Reno con selz? E' quello che prendo sempre io, e nella stanza vicina ce ne deve essere di certo.

»Um was handelt es sich denn?« rief Dorian in einem Tone, der die Sache nicht wichtig nahm und doch abweisend war. »Ich hoffe, es handelt sich nicht um mich. Ich habe heute abend keine Lust zu mir. Ich wünschte, ich wäre ein anderer.«

- Grazie, non prendo altro - disse il pittore, togliendosi cappello e pastrano e gettandoli sulla valigia che aveva depositato in un angolo. - E ora, mio caro, ti devo parlare seriamente. Non fare quella faccia accigliata; mi rendi le cose molto più difficili.

»Es handelt sich um dich,« antwortete Hallward mit seiner ernsten, tiefen Stimme, »und ich muß es dir sagen. Ich werde dich nicht länger als eine halbe Stunde aufhalten.«

- Di che si tratta? - chiese Dorian, con la sua aria arrogante, lasciandosi cadere sul divano. - Spero che non si tratti di me.

Stasera sono stanco di me stesso e vorrei essere qualcun altro.

Dorian seufzte und zündete sich eine Zigarette an. »Eine halbe Stunde!« murmelte er.

- Si tratta di te - rispose Hallward con la sua voce grave e profonda, - e io devo dirtelo. Non durerà più di mezz'ora.

»Das ist nicht viel von dir verlangt, Dorian, und ich rede nur um deinetwillen. Ich halte es für richtig, daß du erfährst, daß die fürchterlichsten Dinge über dich in London geredet werden.«

Dorian sospirò, accese una sigaretta e mormorò: - Mezz'ora!

»Ich will nicht das geringste davon hören. Ich mag den Klatsch über andere Leute, aber über mich selbst interessiert er mich nicht. Er hat nicht einmal den Reiz der Neuheit.«

- Non mi sembra che sia chiederti molto, Dorian, e se parlo è soltanto per amor tuo. Mi pare giusto che tu sappia che a Londra si stanno dicendo contro di te le cose più spaventose.

»Was über dich geredet wird, muß dich interessieren, Dorian. Jeder anständige Mensch hat Interesse an seinem guten Namen. Du darfst die Leute nicht von dir reden lassen wie von einem lasterhaften und gesunkenen Menschen. Natürlich hast du deine gesellschaftliche Stellung und deinen Reichtum und was noch sonst derart. Aber Stellung und Reichtum sind nicht alles. Verstehe wohl, ich glaube diesen Gerüchten nicht! Zum mindesten kann ich ihnen nicht glauben, wenn ich dich sehe. Die Sünde ist etwas, was sich einem Menschen aufs Gesicht schreibt. Sie kann nicht verhehlt werden. Die Menschen reden manchmal von geheimen Lastern. So etwas gibt es nicht! Wenn ein Unwürdiger ein Laster hat, zeigt es sich in den Linien seines Mundes, in seinen gesenkten Lidern, sogar in der Form seiner Hände. Jemand – ich nenne seinen Namen nicht, aber du kennst ihn – kam im vorigen Jahr zu mir und wollte sich malen lassen. Ich hatte ihn vorher gesehn und hatte damals nie etwas über ihn gehört – inzwischen habe ich freilich genug gehört. Er bot mir einen außerordentlich hohen Preis. Ich lehnte ab. Es war etwas in den Formen seiner Finger, was mir widerwärtig war. Ich weiß jetzt, daß ich mit dem, was ich von ihm dachte, ganz recht hatte. Er führt ein schreckliches Leben. Aber du, Dorian, mit deinem reinen, strahlenden, unschuldigen Gesicht und deiner wunderbaren unberührten Jugend – ich kann nichts, was gegen dich gesagt wird, glauben. Aber ich sehe dich jetzt selten, und du kommst jetzt nie mehr zu mir ins Atelier, und wenn ich dir fern bin und all diese häßlichen Dinge höre, die die Leute über dich raunen, dann weiß ich nicht, was ich sagen soll. Woher kommt es, Dorian, daß ein Mann wie der Herzog von Berwick aufsteht und das Klubzimmer verläßt, wenn du hereinkommst? Woher kommt es, daß so viele Männer der Gesellschaft dein Haus nie betreten und dich nie zu sich einladen? Du warst mit Lord Staveley befreundet. Ich traf ihn vorige Woche bei einem Diner. Dein Name fiel zufällig im Gespräch, in Verbindung mit den Miniaturen, die du für die Ausstellung im Dudley hergegeben hast. Staveley verzog das Gesicht und sagte, du hättest vielleicht den erlesensten künstlerischen Geschmack, aber du seist ein Mann, den kein reines Mädchen kennen lernen dürfe, und mit dem keine züchtige Frau im selben Zimmer sitzen solle. Ich erinnerte ihn daran, daß ich mit dir befreundet bin, und fragte ihn, was er damit meinte. Er sagte es mir. Er sagte es mir vor allen Leuten gerade heraus. Es war schändlich! Warum ist deine Freundschaft jungen Männern so verhängnisvoll? Da war der unglückliche Jüngling in der Garde, der Selbstmord begangen hat. Du warst sehr mit ihm befreundet. Da war Sir Henry Ashton, der mit einem befleckten Namen England verlassen mußte. Du und er waren unzertrennlich. Wie ist es mit Adrian Singleton und seinem furchtbaren Ende? Wie mit Lord Kents einzigem Sohne und seiner Karriere? Ich traf gestern seinen Vater in St. James' Street. Er schien gebrochen vor Schande und Kummer. Wie steht es mit dem jungen Herzog von Perth? Was für eine Art Leben führt er jetzt? Welcher anständige Mensch wollte mit ihm umgehen?«

- Non voglio saperne niente. Adoro gli scandali degli altri; ma quelli che riguardano me non mi interessano: non hanno il fascino della novità.

- Debbono interessarti, Dorian. Ogni gentiluomo è interessato al proprio buon nome, e tu non vorresti che si parlasse di te come di un individuo turpe e ignobile. Tu, naturalmente, hai la tua posizione, la tua ricchezza e tutto il resto; ma posizione e ricchezza non sono tutto. Bada che io non credo per niente a queste voci, o almeno non posso crederci quando ti vedo. Il peccato è una cosa che si scrive sul viso di un uomo e non può restare celato. La gente parla a volte di vizi segreti. Non esiste niente di simile. Se uno sciagurato ha un vizio, questo si rivela nella linea della bocca, nella pesantezza delle palpebre e perfino nella sagoma delle mani. L'anno scorso un tale (non ne dico il nome, ma tu lo conosci) venne da me per farsi fare il ritratto.

Non l'avevo mai visto prima e non ne avevo mai sentito parlare fino ad allora, benché da allora in poi ne abbia sentito parlare molto. Mi offrì un prezzo stravagante, ma io rifiutai perché nella forma delle sue dita c'era qualcosa che mi era odiosa. Ora so che avevo perfettamente ragione in quello che avevo immaginato sul suo conto; la vita che conduce è terribile. Ma tu, caro Dorian, con la tua faccia pura, aperta, innocente e la tua gioventù mirabilmente intatta non posso credere niente contro di te. Eppure ti vedo molto di rado; allo studio non ci vieni più, e quando sono lontano da te e sento tutte queste cose orribili che la gente va mormorando sul tuo conto non so che cosa dire.

Come mai, Dorian, un uomo come il duca di Berwick esce dalla sala di un circolo quando c'entri tu? Come mai ci sono tanti gentiluomini a Londra che non vengono a casa tua e non t'invitano mai a casa loro? Un tempo eri amico di Lord Staveley. La settimana scorsa l'ho incontrato a un pranzo.

Accadde che il tuo nome venisse menzionato nel corso della conversazione, a proposito delle miniature che hai prestato all'esposizione al Dudley. Staveley fece una smorfia e disse che tu potevi avere il massimo gusto artistico, ma eri un uomo che a nessuna ragazza perbene dovrebbe essere permesso di conoscere e col quale nessuna donna onesta dovrebbe trovarsi seduta nella stessa stanza. Gli ricordai che ero amico tuo e gli chiesi che cosa intendesse dire. Me lo disse: me lo disse chiaro e tondo davanti a tutti: era orribile. Perché la tua amicizia riesce così fatale ai giovani? C'era quello sciagurato ragazzo della Guardia che si suicidò: tu eri suo grande amico.

C'era Sir Henry Ashton, che fu costretto a partire dall'Inghilterra con un nome infamato: tu e lui eravate inseparabili. E Adrian Singleton e la sua fine tremenda? E il figlio unico di Lord Kent e la sua carriera? Ieri ho incontrato suo padre in Saint James Street; sembrava disfatto dalla vergogna e dal dolore. E il giovane duca di Perth? Che razza di vita è la sua attualmente? Qual è il gentiluomo disposto a frequentarlo?

»Hör auf, Basil! Du redest von Dingen, von denen du nichts weißt,« sagte Dorian Gray, der sich auf die Lippen biß und in einem Tone unendlicher Verachtung sprach. »Du fragst mich, warum Berwick das Zimmer verläßt, wenn ich hereinkomme. Es geschieht, weil ich sein Leben genau kenne, nicht, weil er etwas von mir weiß. Mit dem Blut, das er in den Adern hat, wie könnte da sein Konto in Ordnung sein? Du fragst mich um Henry Ashton und den jungen Perth? Lehrte ich den einen seine Laster und den andern seine Ausschweifungen? Wenn Kents dummer Sohn seine Frau von der Straße nimmt, was geht das mich an? Wenn Adrian Singleton den Namen seines Freundes auf einen Wechsel schreibt, bin ich sein Aufseher? Ich weiß, wie die Menschen in England schwatzen. Die Mittelklassen breiten ihre moralischen Vorurteile behaglich über ihre großen Eßtische aus und flüstern über etwas, was sie die Schändlichkeiten derer nennen, denen es besser als ihnen geht, hauptsächlich um damit zu prahlen, daß sie sich in feiner Gesellschaft bewegen und im intimen Verkehr mit denen stehn, die sie verleumden. In unserm Land genügt es, daß jemand vornehm ist und Geist hat, damit jede gemeine Zunge sich gegen ihn rührt. Und was für eine Sorte Leben führen diese Menschen, die sich als moralisch aufspielen, selber? Mein Lieber, du vergißt, daß wir in der Heimat der Heuchler leben!«

- Basta, Basil. Stai parlando di cose delle quali non sai niente, - disse Dorian Gray, mordendosi il labbro, con una nota di infinito disprezzo nella voce. - Mi chiedi perché Berwick esce dalla stanza quando c'entro io: è perché io so tutto della sua vita, non perché egli sappia qualcosa della mia.

Col sangue che ha nelle vene, come potrebbe avere dei precedenti puliti? Mi chiedi di Henry Ashton e del giovane Perth. Sono forse io che ho insegnato i suoi vizi all'uno e il suo libertinaggio all'altro? Se quell'imbecille del figlio di Kent va a cercarsi una moglie sul marciapiede è forse cosa che mi riguarda? Se Adrian Singleton scrive su una cambiale il nome di un suo amico, sono io forse il suo guardiano? So bene quanto chiacchiera la gente in Inghilterra.

Le classi borghesi, intorno alle loro volgari tavole da pranzo, sbandierano i loro pregiudizi morali e mormorano sul conto di quelli che chiamano la dissipazione della gente migliore di loro per darsi l'aria di appartenere alla buona società e di essere intimi delle persone che calunniano. In questo paese basta che un uomo abbia un po' di distinzione e d'intelligenza perché tutte le lingue volgari gli si scatenino contro. E che razza di vita fanno poi quelli che si atteggiano a moralisti? Caro amico, tu dimentichi che questa è la patria dell'ipocrisia.

»Dorian,« rief Hallward, »darum handelt es sich nicht. England ist schlimm genug, ich weiß es, und die englische Gesellschaft ist ganz und gar schlecht. Das ist der Grund, warum ich wünsche, daß du gut bist. Du bist nicht gut gewesen. Man hat ein Recht, einen Menschen nach der Wirkung zu beurteilen, die er auf seine Freunde übt. Deine scheinen allen Sinn für Ehre, für Tugend, für Reinheit zu verlieren. Du hast sie mit einer wahnsinnigen Genußgier erfüllt. Sie sind in die Tiefe gesunken. Du hast sie dahin geführt. Jawohl, du hast sie dahin geführt und kannst doch lächeln, und lächelst jetzt! Und es kommt noch Schlimmeres! Ich weiß, du und Harry sind unzertrennlich. Gewiß hättest du aus diesem Grund, wenn aus keinem andern, dich hüten müssen, den Namen seiner Schwester zum Spott zu machen.«

»Nimm dich in acht, Basil! Du gehst zu weit!«

- Dorian - esclamò Hallward, - la questione è un'altra.

L'Inghilterra ha i suoi difetti, lo so, e la società inglese è tutta quanta fuori strada. Ma è per questa ragione che desidero che tu sia una persona come si deve, e tu non lo sei stato. Si ha il diritto di giudicare un uomo in base all'effetto che produce sui propri amici. Sembra che i tuoi perdano ogni senso dell'onore, di bontà, di purezza. Tu hai istillato in loro la follia del piacere e se sono sprofondati nell'abisso sei tu che ce li hai portati. Sì, ce li hai condotti, eppure puoi sorridere come stai sorridendo in questo momento. Ma c'è anche di peggio. So che tu e Harry siete inseparabili.

»Ich muß sprechen, und du mußt mich hören. Als du Lady Gwendolen kennen lerntest, hatte sie nie auch nur der Hauch eines Geredes berührt. Gibt es in London eine einzige anständige Frau, die jetzt in ihrem Wagen sich im Park sehn lassen möchte? Ja, nicht einmal ihren Kindern ist es erlaubt, bei ihr zu leben. Dann hört man andere Geschichten – Geschichten, daß man dich gesehn hat, wie du dich in der Dämmerung aus gräßlichen Häusern gestohlen hast und verkleidet in die niederträchtigsten Höhlen Londons geschlichen bist. Ist das wahr? Kann das wahr sein? Als ich zuerst so etwas hörte, lachte ich. Ich höre es jetzt, und es schaudert mich. Wie steht es mit deinem Landhaus, und wie geht es da zu? Dorian, du weißt nicht, was man von dir sagt! Ich will dir das nicht sagen, ich will dir keine Predigt halten. Ich erinnere mich, Harry sagte einmal, jeder, der im Beruf des Geistlichen dilettiert, sagt zunächst immer, er wolle nicht predigen, und bricht dann sofort sein Wort. Also gut, ich will dir eine Predigt halten. Ich will, daß du ein solches Leben führst, daß die Welt Achtung vor dir haben muß. Ich will, daß du einen reinen Namen und ein geordnetes Register hast. Ich will, daß du dich von den schrecklichen Menschen lossagst, die deine Genossen sind. Zucke nicht so mit den Achseln! Sei nicht so gleichgültig! Du hast einen starken Einfluß. Laß ihn einen guten sein, nicht einen schlechten. Man sagt, du verdirbst jeden, mit dem du intim wirst, und es sei völlig genug, daß du ein Haus betrittst, damit irgendeine Schande nachfolge. Ich weiß nicht, ob es so ist oder nicht. Wie sollte ich es wissen? Aber man sagt es. Man hat mir Dinge erzählt, daß es unmöglich ist, daran zu zweifeln. Lord Cloucester war in Oxford einer meiner liebsten Freunde. Er zeigte mir einen Brief, den seine Frau ihm geschrieben hat, als sie allein in ihrer Villa in Mentone im Sterben lag. Dein Name kam in der furchtbarsten Beichte vor, die ich je im Leben gelesen habe. Ich sagte ihm, es sei Wahnsinn – ich kennte dich durch und durch, sagte ich, und du seist nicht imstande zu irgend etwas der Art. Ich sagte ihm, ich kennte dich. Aber kenne ich dich? Ich möchte wissen, ob ich dich kenne! Ehe ich darauf antworten könnte, müßte ich deine Seele sehn.«

»Meine Seele sehn!« flüsterte Dorian Gray, stand vom Sofa auf und wurde fast weiß vor Angst.

Almeno per questo motivo, se non per altro, non avresti dovuto rendere proverbiale il nome di sua sorella.

- Basil, attento. Stai andando un po' troppo lontano.

- Io devo parlare e tu devi ascoltarmi e mi ascolterai. Quando tu facesti la conoscenza di Lady Gwendolen il più piccolo soffio di scandalo non l'aveva mai sfiorata. Ora c'è forse a Londra una sola donna rispettabile che uscirebbe con lei in carrozza nel Parco? Se nemmeno ai suoi bambini è stato permesso di vivere con lei! E poi ci sono altre storie: di come sei stato visto uscire fuori all'alba da certe case orribili e penetrare travestito nei covi più luridi di Londra. Sono vere, possono essere vere queste storie? Quando le sentii per la prima volta mi misi a ridere; adesso quando le sento mi fanno rabbrividire. E la tua casa di campagna, e la vita che vi si conduce? Dorian, tu non sai quello che si dice di te. Non ti dirò che non voglio farti una predica.

Mi ricordo che Henry disse una volta che chiunque vuole trasformarsi in un curato dilettante comincia con il dire così per un momento e passa immediatamente a violare la sua promessa. Io voglio farti la predica; voglio che tu faccia una vita che ti assicuri il rispetto di tutti, che tu ti liberi delle persone spaventose che frequenti. Non alzare le spalle in quel modo; non fare l'indifferente.

Tu possiedi un'influenza meravigliosa; esercitala per il bene e non per il male. Dicono che corrompi tutti quelli di cui diventi intimo e che basta che tu entri in una casa perché ti segua, in una forma qualsiasi, la vergogna. Se sia così o no, io non lo so: e come potrei saperlo? Ma questo si dice di te. Mi hanno raccontato cose che è impossibile mettere in dubbio. Lord Gloucester era uno dei miei più grandi amici a Oxford. Mi ha fatto vedere una lettera che sua moglie gli scrisse mentre era morente, e sola, nella sua villa di Mentone. Il tuo nome era menzionato nella più tremenda confessione che io abbia mai letto. Gli ho detto che era una cosa assurda, che ti conoscevo a fondo e che eri incapace di azioni di questo genere. Conoscerti?

»Ja,« antwortete Hallward ernst, und tiefer Schmerz lag im Klang seiner Stimme, »deine Seele müßte ich sehn. Aber das kann nur Gott!«

Mi chiedo se ti conosco davvero. Per poter rispondere a questa domanda bisognerebbe che vedessi la tua anima.

Ein bitteres Hohngelächter brach aus dem Munde des Jüngeren. »Du sollst sie selber sehn, noch heute nacht!« rief er und nahm eine Lampe vom Tisch. »Komm, sie ist ein Werk deiner eigenen Hand. Warum solltest du es nicht ansehn? Du kannst nachher der Welt alles davon erzählen, wenn du willst. Niemand würde dir glauben. Wenn sie dir glaubten, hätten sie mich nur um so lieber. Ich kenne die Zeit besser als du, obwohl du langweilig davon reden kannst. Komm, sag ich dir! Du hast genug von Verderbnis geschwatzt. Jetzt sollst du sie von Angesicht zu Angesicht sehn.«

Der Wahnsinn des Hochmuts lag in jedem Wort, das er sprach. Er stampfte in seiner knabenhaften, dreisten Art auf den Boden. Er empfand eine furchtbare Freude bei dem Gedanken, ein anderer solle sein Geheimnis teilen, und der Mann, der das Porträt gemalt hatte, das der Ursprung all seiner Schmach war, solle für den Rest seines Lebens mit der gräßlichen Erinnerung an das, was er getan, beladen werden.

- Vedere la mia anima! - mormorò Dorian Gray, alzandosi dal sofà, pallidissimo di spavento.

- Sì - rispose gravemente Hallward, con un tono di profonda afflizione nella voce, - vedere la tua anima; ma questo può farlo solo Dio.

Dalle labbra del giovine proruppe un'amara risata di scherno.

- La vedrai tu stesso, stasera! - gridò, afferrando un lume che era sulla tavola. - Vieni: è opera tua, e perché non dovresti guardarla? Dopo, se ti fa piacere, potrai raccontarlo al mondo; nessuno ti crederà. Se ti credessero mi vorrebbero ancora più bene; io conosco la nostra epoca meglio di te, nonostante che tu ne parli in modo così noioso. Vieni, ti dico. Hai chiacchierato abbastanza a proposito di corruzione; ora la vedrai in faccia.

In ogni parola che pronunciava vibrava la follia dell'orgoglio.

»Ja,« fuhr er fort, indem er näher an ihn herantrat und ihm fest in seine strengen Augen sah, »ich will dir meine Seele zeigen. Du sollst das Ding sehn, von dem du dir einbildest, nur Gott könne es sehn.«

Batteva il piede in terra col suo modo insolente e fanciullesco e provava una gioia terribile all'idea che qualcun altro stava per condividere il suo segreto e che l'uomo che aveva dipinto quel ritratto, origine di tutte le sue vergogne, sarebbe stato oppresso per tutto il resto dei suoi giorni al ricordo ripugnante di ciò che aveva fatto.

Hallward trat zurück. »Das ist Lästerung, Dorian!« rief er. »Du solltest keine solchen Reden führen. Sie sind schrecklich und haben keinen Sinn.«

»Meinst du?« Er lachte wieder.

»Ich weiß es. Was ich dir heute sagte, sagte ich zu deinem Besten. Du weißt, ich war dir immer ein treuer Freund.«

- Sì - aggiunse, venendogli più vicino e guardandolo fisso nei suoi occhi severi, - ti mostrerò la mia anima. Vedrai ciò che tu immagini che Dio solo possa vedere.

Hallward ebbe un sussulto.

»Werde jetzt nur nicht gerührt! Komm zu Ende mit dem, was du zu sagen hast!«

- Questa è una bestemmia, Dorian - gridò. - Non devi dire cose come queste. Sai che per te io sono sempre stato un amico fedele.

Das Gesicht des Malers zuckte schmerzlich. Er schwieg einen Augenblick, und ein wildes Gefühl des Mitleids überkam ihn. Schließlich, was hatte er für ein Recht, in das Leben Dorian Grays zu spähen? Wenn er auch nur den zehnten Teil dessen getan hatte, was über ihn geredet wurde, wieviel mußte er gelitten haben! Dann richtete er sich auf und ging zum Kamin und blieb da stehn. Er blickte auf die brennenden Klötze mit ihrer Asche, die wie weißer Reif aussah, und auf die zuckenden Flammen.

»Ich warte, Basil,« sagte der junge Mann mit harter, heller Stimme.

- Non mi toccare. Finisci quel che hai da dire.

Sul volto del pittore passò come un lampo sinuoso di pena. Si fermò un attimo e fu preso da un senso violento di compassione.

Dopo tutto, che diritto aveva mai di indagare sulla vita di Dorian Gray? Anche se questi aveva fatto solo la decima parte di quello che gli veniva attribuito, quanto doveva aver sofferto! Poi si irrigidì, andò verso il caminetto e si fermò a guardare i ceppi che bruciavano, con le loro ceneri nivee e le loro palpitanti anime di fiamma.

Hallward drehte sich um. »Was ich zu sagen habe, ist dies!« rief er. »Du mußt mir irgendeine Antwort auf diese schrecklichen Anklagen geben, die gegen dich erhoben werden! Wenn du mir sagst, daß sie von Anfang bis zu Ende unwahr sind, werde ich dir glauben. Bestreite sie, Dorian, bestreite sie! Kannst du nicht sehn, was ich durchmache? Mein Gott, sag mir nicht, daß du schlecht und verdorben und schändlich bist!«

- Sto aspettando, Basil - disse il giovine con voce dura e chiara.

Egli si girò. - Quello che ho da dire è questo - esclamò. - Tu devi darmi una risposta a quelle orribili accuse mosse contro di te. Se mi dici che sono assolutamente false da cima a fondo ti crederò.

Negale, Dorian, negale! Non vedi che cosa sto attraversando? Mio Dio! Non dirmi che sei malvagio, corrotto, ignobile!

Dorian Gray lächelte. Seine Lippen kräuselten sich verächtlich. »Komm nach oben, Basil,« sagte er ruhig. »Ich habe da Aufzeichnungen von Tag zu Tag, ein Tagebuch über mein Leben, und es kommt nie aus dem Zimmer heraus, in dem es geschrieben wird. Ich will es dir zeigen, wenn du mitkommst.«

Dorian Gray sorrise e le sue labbra si atteggiarono al disprezzo.

- Vieni di sopra, Basil - disse calmo. - Io tengo giorno per giorno un diario della mia vita che non esce mai dalla stanza nella quale è scritto. Se vieni con me te lo farò vedere.

»Ich werde mit dir kommen, Dorian, wenn du es haben willst. Ich sehe, ich habe meinen Zug versäumt. Das macht nichts; ich kann morgen fahren. Aber gib mir heute nacht nichts zu lesen! Ich brauche nur eine klare Antwort auf meine Frage.«

- Dorian, verrò con te, se lo desideri. Vedo che ho perso il treno, ma poco male; posso partire domani. Ma stasera non mi chiedere di leggere niente; non desidero altro che una risposta aperta alla mia domanda.

»Die soll dir droben gegeben werden. Ich kann sie hier nicht geben. Du wirst nicht lange zu lesen haben.«

- L'avrai di sopra; qui non potrei dartela. Non avrai da leggere a lungo.