Eine Ampulle mit dem Impfstoff von AstraZeneca | AFP

Corona-Impfstoff Großbritannien ändert AstraZeneca-Empfehlung

Stand: 07.04.2021 19:40 Uhr

Nachdem mehrere Länder die Verwendung des Corona-Vakzins von AstraZeneca eingeschränkt hatten, sollen in Großbritannien nur noch über 30-Jährige mit dem Mittel geimpft werden.

Auch in Großbritannien gibt es nun eine gesonderte Empfehlung für den Einsatz des AstraZeneca-Impfstoffs. Die britische Impfkommission erklärte, 18- bis 29-Jährigen solle nach Möglichkeit ein anderer Impfstoff gespritzt werden als der von AstraZeneca. Die Impfkommission unterstrich jedoch, dass sie keinen generellen Stopp der AstraZeneca-Impfungen für bestimmte Altersgruppen empfehle.

79 Fälle seltener Blutgerinnsel bei 20 Millionen Impfungen

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA betonte zwar, dass der Nutzen einer Impfung mit AstraZeneca für die allermeisten Bürgerinnen und Bürger größer sei als das Risiko, aber inzwischen gelte ein Zusammenhang zwischen der Impfung mit diesem Vakzin und einem sehr seltenen Blutgerinnsel offenbar doch als wahrscheinlich.

Nach Angaben der MHRA hat es in Großbritannien bisher über 20 Millionen Impfungen mit AstraZeneca gegeben. Parallel dazu wurden bis Ende März 79 Fälle seltener Blutgerinnsel bekannt. 19 Betroffene starben, drei von ihnen waren unter 30.

Neben AstraZeneca und Pfizer/BioNTech wird in Großbritannien auch mit Moderna geimpft. AstraZeneca ist im britischen Impfprogramm aber das wichtigste Vakzin. Das von der Oxford-Universität und dem britisch-schwedischen Konzern AstraZeneca entwickelte Mittel ist der billigste Corona-Impfstoff auf dem Markt. Zahlreiche Länder sind für ihre Impfkampagnen auf das Vakzin angewiesen.

EMA bekräftigt Bewertung des Impfstoffes

Wegen des vereinzelten Auftretens von Thrombosefällen hatten mehrere Länder, darunter Deutschland, Frankreich und Kanada, den Einsatz des AstraZeneca-Impfstoffs eingeschränkt. Andere Länder wie Dänemark und Norwegen setzten die Verwendung vorsichtshalber vollständig aus. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) bekräftigte nun aber ihre positive Bewertung des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca.

Wissenschaftler verfolgen mehrere Theorien, wie es nach Verabreichung des Mittels von AstraZeneca zu den Gerinnseln kommen kann. So wird auch einer möglichen Verbindung zur Einnahme der Anti-Baby-Pille nachgegangen. Experten betonen, dass Covid-19 selbst Thrombosen auslösen kann, wie auch viele weit verbreitete Medikamente, darunter die Anti-Baby-Pille. AstraZeneca hatte immer wieder erklärt, Studien hätten keine erhöhte Thrombose-Gefahr gezeigt.

Mit Informationen von Imke Köhler, ARD-Studio London.